Besser leben
Das ist jetzt nicht der Blogpost, den man von mir erwarten würde. Und natürlich habe ich auch nicht die ultimative Formel für ein besseres Leben. Ich selbst habe noch einige Macken und Probleme, die mich ziemlich ausbremsen und ich bin auch nicht der Typ Mensch, den jeder sofort bei der ersten Begegnung lieb gewinnt (auch nicht immer bei der zweiten). Aber ich bin zufrieden, mit mir selbst. Und da ich das nicht immer war – im Gegenteil – sondern dies erst im Laufe der Jahre entwickelt habe, will ich doch mal ein bisschen aus dem Nähkästchen plaudern, in der Hoffnung, dass ich irgend einer traurigen Seele damit helfen kann. Klingt das schön? Das klingt schön. Und zwar schön nummeriert, wie der ellenlange Post von Dragos Roua, der mich dazu inspiriert hat.
1. Sei du selbst
Ich weiß, das sagt jeder Möchtegern-Ratgeber, aber es ist einfach so. Tue das was du tun willst, denke selbstständig, sei kein Teil einer Schafherde. ABER blocke auch nicht zwanghaft alles ab was irgendwie nach Mainstream riecht. Wenn dir etwas zusagt, dass nunmal absolut kult ist, stehe dazu. Auch der ein oder andere Song in den Charts darf dir ruhig gefallen, selbst wenn er im Regal neben dem letzten DSDS-Gewinner steht. Aber sei auch offen für Unbekanntes. Fazit: Belüge dich nicht selbst, sei kein Opfer der Gesellschaft.
2. Zeige wer du bist
Quasi als Erweiterung zu Punkt 1, trete nicht als jemand auf, der du nicht bist. Andere merken das, auch wenn sie es nicht sagen. Mach nicht jeden Scheiß mit und tu so, als hättest du Spaß dran. Versuche nicht, dich nach Norm zu verhalten (aber auch nicht zwanghaft dagegen). Wenn man drüber nachdenkt, ist das nämlich total schwachsinnig. Es gibt jedoch einige Verhaltens“regeln“, die so schon ihren Sinn haben. Es sind einfach Hilfestellungen, wie man es sich und anderen leichter macht. Zu diesen solltest du aber auch stehen.
3. Du bist kein Zufall
Es ist nicht gut, zu glauben, man wäre einfach in diese Welt geboren und muss jetzt irgendwie die Zeit rumkriegen bis man dann wieder zu Staub zerfällt. Dein Leben hat einen Sinn. Auch wenn du es nicht direkt merkst, du formst mit allem was du tust dich selbst, die Umgebung und alle Menschen mit denen du in Kontakt kommst für die Ewigkeit. Glaub mir, wenn man sich das mal klar macht, lebt es sich ganz anders.
4. Krempel alles um
Zieh doch mal in eine andere Stadt oder ein anderes Land (soweit bin ich aber noch nicht) und beginne dort ein neues Leben. In einem bekannten Umfeld fällt das nämlich verdammt schwer. All die Vorurteile, Gerüchte, Laster sind dort fest verankert und lassen sich nicht so leicht abschütteln. Ich weiß wovon ich rede. In meiner alten Heimat – so schön sie auch ist – fühlte ich mich wie eingesperrt. Seit ich dort ausgebrochen bin, fühle ich mich wie ein neuer Mensch (und das haben mir auch alte Bekannte schon bestätigt – positiv gesehen). Das muss übrigens nicht heißen, dass man plötzlich jeden Kontakt abbricht. Auch hier ist das Gegenteil der Fall. Altes bekommt dadurch erst die richtige Würze und man freut sich umso mehr auf die Familie und Freunde, von denen man sich vorher (sozial) immer weiter entfernt hat.
5. Nimm dir etwas Zeit zum Nachdenken
…über dich, die anderen, das Leben, das Universum. Und nein, die Antwort ist nicht 42. Auf vieles wirst du überhaupt keine Antwort finden, aber das ist auch nicht der Sinn. Es ist einfach ziemlich entspannend und aufschlussreich. Man könnte zum Beispiel darüber nachdenken, was bei einem selbst falsch läuft. Man könnte auch zur Abwechslung mal darüber nachdenken, was richtig läuft, worauf man stolz sein kann. Und was das Leben und das Universum angeht: Man könnte auch mal ganz radikal versuchen, die Wissenschaften und Religionen auf den Kopf zu stellen. Einfach so. Hauptsache nachdenken, eigene Sichtweisen entwickeln. Das Gelernte in Frage stellen, Vorurteile vergessen, offen für Neues sein. Ihr wisst schon, wie Galileo, Darwin und wie sie alle heißen. Manchen liegt sowas aber gar nicht, muss jeder selbst wissen.
6. Aus Fehlern lernt man
oder: Was einen nicht tötet, härtet nur ab. Das erklärt sich eigentlich von selbst, denke ich.
Soviel dazu. Ich will hier niemanden zurecht weisen. Wie gesagt, ich bin auch nicht perfekt und ich laufe auch nicht ständig grinsend durch die Gegend. Aber ich lebe viel bewusster und bin einfach, so insgesamt, glücklich. Und damit gebe ich zurück an die angeschlossenen Funkhäuser. Oder so.
3 Kommentare
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Sven Carl schrieb am
Joa
also in #1 & #2 widersprichst du dir selbst ein wenig aber im großen und ganzen sind das Punkte die durchaus sinn machen und die man ab und zu anwenden sollte (vielleicht nich unbedingt alle 6 monate in eine neue stadt ziehen aber das nachdenken und so weiter)
go on to become a better human !
Jason schrieb am
Warum widerspreche ich mir selbst? Weil ich das selbst nicht immer hundertprozentig anwende? Oder weil die beiden Punkte sich widersprechen?
Und klar, nicht ständig umziehen. Solange man sich dort wohlfühlt und noch genug Freiraum hat, sollte man bleiben. Man soll ja nicht von allem davon laufen, nur wenn es wirklich nicht mehr vor oder zurück geht, kann man mal darüber nachdenken.
Dragos Roua schrieb am
Hey,
Sorry for writing in English (and reading your post via an online translation by Google, but my German is quite zero). I loved your tips, and I‘m glad you found value in that post. Reactions like yours makes me go forward every day. :-)
Thank you!