Drauß‘, vom Walde
Heute konnte ich mir mal wieder richtig schön Zeit nehmen für eine längere Fahrradtour und das Wetter war auch optimal, da nicht zu heiß. Also habe ich kurzerhand die Geocaching-Karte geöffnet und mich mal ein bisschen abseits von Köln umgesehen, wo ich aber mit dem Rad noch gut hin komme. Schnell war der Blick auf ein Waldgebiet im Westen gefallen, bei Frechen in der Gegend. Insgesamt sollten es fünf Caches sein, die ich vor hatte zu machen. Einer davon ein Bonus-Cache, den man also nur finden kann, wenn man die Serie vollständig hat. Das werde ich schon gebacken kriegen, dachte ich – lud mir die Koordinaten auf mein GPSr, die Beschreibungen auf meinen iPod touch* und radelte los.

Ich nahm mir vor, das Feld von hinten aufzurollen, da der Bonus (vermutlich) weiter vorne liegt. Am ersten Punkt angekommen, fand ich den Cache auch recht schnell am Wegesrand. Heute war auch generell nicht viel los, so dass ich ihn unbemerkt heben konnte. Für #2 musste ich eine Holztreppe nach oben laufen. Mit meinem schweren Fahrrad gar nicht so leicht, aber passt schon. Dann noch ein Stück laufen und zack, da war er auch schon in einem Baumstamm versteckt (wie so oft). Dafür war die Gegend dort wirklich sehr friedlich und schön. Von weiter weg hörte man leise das Meeresrausch… äh … die Autobahn. Dann ging es wieder abwärts und noch weiter abwärts. Und ich dachte in und um Köln herum wäre alles flach. Unterwegs noch einen anderen Radfahrer gesehen, der den selben Abstieg gerade hochgekrackselt kam.
Nun musste ich irgendwie über die Autobahn kommen. Kein Problem, wozu habe ich mir eine schöne Karte auf mein GPSr geladen? Tja, dummerweise habe ich die Höhenlinien eine Weile für Wege gehalten und bin so erstmal etwas planlos rumgegurkt. Eigentlich müsste ich wissen, dass die Höhenlinien bei mir durchgezogen sind und kleine Wege gestrichelt, das Prozedere hatte ich nämlich schon einmal. Letztlich habe ich die Brücke aber doch noch gefunden und der nächste Cache war auch schnell ausgemacht. Natürlich, ein Baumstamm, aber diesmal ein ganz schöner.

Nun musste ich nur noch den letzten der Serie finden und dann sollte der Bonus dran sein. Leider konnte ich diesen letzten um’s Verrecken nicht finden! Ich habe mich wohl irgendwie von einem Hinweis in der Beschreibung verwirren lassen und dachte ich müsste eine Peilung durchführen. Der angepeilte Punkt war aber schlicht unmöglich zu erreichen, da er ganz offensichtlich in Privatgelände lag. Vermutlich hätte ich besser den kompletten Text mitnehmen sollen, denn scheinbar war das nur die Richtung in der man ein Relikt des eingerissenen Eisenbahntunnels sehen (!) konnte, vom Standort des gesuchten Caches aus! Ich kratzte mich am Kopf, schaute mich am Startpunkt um und kroch noch ein wenig abseits der Wege in einem zugewachsenen Stück Feldweg, oder so, rum. Da war ich aber gefährlich nahe an einem Gartenzaun, wo ich auch Stimmen hörte. Also beschloss ich das ganze abzublasen und redete mir die ganze Rückfahrt über ein, „Der Weg ist das Ziel!“ – stimmt ja auch.
So, und hier noch alles was ich unterwegs so mit meiner Handykamera einfangen konnte. Ist wenig bei rausgekommen, da ich seltsamerweise kaum Motivation zum Festhalten von schönen Augenblicken habe (obwohl ich selbst gerne Bilder anschaue) und mich echt zwingen muss, mal hier und da ein Foto zu machen – nur für diesen einen Blogpost. Ich bin aber jedes mal auf’s Neue überrascht, was diese kleine Kamera zu leisten vermag. Wenn sie Lust hat.
*die Cache-Beschreibungen ziehe ich mir nicht direkt auf meinen iPod. Ich schicke sie mir per Email, lade sie auf dem iPod kurz, damit sie im Cache liegen (oh, ein Cache in meinem iPod! ;-) ) und kann sie so auch unterwegs abrufen. Allerdings ohne Bilder. Die muss ich manuell drauf laden. Klingt kompliziert, ist aber besser als Ausdrucken. Da ich keinen Drucker habe.
Hat sich jetzt alles etwas vereinfacht, denn ich habe mir nun endlich die Geocaching App für den iPod touch geholt. Damit kann man komplette Beschreibungen inkl. Bilder und die letzten fünf Logs offline speichern. Genau das was ich brauche. Kostete nur 7,99 Euro.
Erwähnte Caches
- Horremer Tunnel – Westportal / GC1Q8FD
- Neubottenbroicher Doggy-Cache / GCRN62
- Gut Marienhof / GC1Q8FX
- Horremer Tunnel – Ostportal / GC1Q8EQ
- Verschwundene Bauwerke – Bonus / GC1Q8G9
3 Kommentare
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Trixi schrieb am
Bei Deinen Erzählungen vom Geochachen bekomm ich immer mehr Lust, daß auchmal auszuprobieren :)
Die Frage ist nur, wo bekomm ich ein GPRS-Empfänger unter 200,- € her, der was taugt, kenn mich damit ja mal gar nicht aus.
Gruß Trixi
Jason schrieb am
Schön, dass meine Erzählungen Lust aufs Geocachen machen und nicht eher abschrecken :D
Also unter 200 € ist absolut kein Problem. Mein GPS-Empfänger, also das Garmin eTrex Legend HCx kostet im Moment nur 157 € bei Amazon und das hat alles was das Herz begehrt.
Es gibt auch noch eine Stufe darunter, das sich viele Anfänger kaufen, aber ich finde da stößt man zu schnell an die Grenzen – weiß ich aus Erfahrung.
P.s.: GPSr steht für GPS-Receiver und hat nichts mit dem ähnlich geschriebenen Handynetz zu tun ;)
Trixi schrieb am
Also abschrecken tut mich das gar nicht, das hört sich sehr witzig an und man macht zudem was Sinnvolles draußen und radelt nicht „nur“ durch die Gegend :)
Na dann werd ich mal schauen, ob ich mir sowas auch mal zuleg. Kriegt man die Empfänger eigentlich auch gebraucht bei ebay oder so ?
Gruß Trixi :)