devatrox

Von Spielplätzen, Drogenverstecken, unfertigen Autobahnkreuzungen und vergrabenen Vinylsammlungen

Jaha, toller Titel, nech? Ich war nämlich dieses Wochenende mal wieder im schönen Bonn unterwegs, um, zusammen mit Manibo, den Cache-Zähler mal wieder ordentlich in Fahrt zu bringen. Da wir beide Langschläfer und NichtInDieGängeKommer sind, stand ich also „morgens“ um 14 Uhr bei ihm vor der Haustüre und wir setzten uns erst einmal gemütlich ins Wohnzimmer. Eine Stunde später machten wir uns dann an die Planung der Tour und die anschließende Übertragung aller Daten auf unsere GPS-Geräte. Wir entschieden uns für Röttgen, ein kleiner, abgelegener Vorort von Bonn. Dort gab es viele Traditionals und ein paar Multi-Caches, die nicht allzu lange dauern sollten. Kurz vorher wollten wir noch bei zwei Caches vorbei, die Manibo bereits gefunden hat und ich so auch noch schnell loggen konnte.

Einer von diesen war eine große Metallkiste, mit Platten drin. Eine Vinyl-Tauschbörse mitten im Wald! Verdammt, wenn ich doch nur einen Plattenspieler hätte!

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Wir haben auch einige Caches der „Gotteshäuser“-Serie gemacht. Unglaublich wieviele Kirchen es in diesem kleinen Kaff gibt. Wollen die einen Rekord aufstellen? Jedenfalls haben wir bei einem dieser Gotteshäuser einen weiteren Cacher getroffen. Wir saßen schon ein paar Meter weiter auf einer Bank, um uns in den Logs zu verewigen, als wir zwei Gestalten suchenderweise um das Gebäude rumlaufen sahen. Klar, das mussten Cacher sein! Schnell haben sie uns auch erkannt und nach einem netten Plausch trennten wir uns dann wieder.

Wir machten also weiter und kamen zu einem Pferdehof, direkt an einer Kirche (natürlich). Unglücklicherweise standen dort haufenweise Muggel und unterhielten sich. Wir fummelten also beide total unauffällig an unseren GPS-Empfängern rum und taten so … als ob wir an unseren GPS-Empfängern rumfummelten. Als uns plötzlich aus der Muggel-Gruppe einer zurief „unter dem Kleidercontainer!“ Waaas? Auch Cacher? Wir loggten uns also erstmal und gingen dann auf die Leute zu. Sofort erzählte uns eine Frau, sie haben hier schon öfters komische Menschen umhergeistern sehen und vermuteten erst, das hier Drogen geschmuggelt werden, was sich zum Glück auch ohne Polizei aufklären ließ. Also doch keine Cacher, nur Eingeweihte. Wir unterhielten uns noch ein wenig und marschierten dann weiter.

b9069009-11e2-4894-9411-d0637d5f6deeNach ein paar weiteren Traditionals führten uns die nächsten Koordinaten zu einem Spielplatz. Und wen sahen wir da? Die beiden Kollegen von vorhin! Na super, dachten wir, dann ist der Cache bestimmt schnell gefunden. Fehlanzeige. Mindestens eine viertel Stunde kletterten wir an dieser doofen Rutschburg herum und kannten nachher jeden Zentimeter in und Auswendig, aber keine Dose weit und breit zu sehen. Wir zweifelten schon, ob der Cache vielleicht „gemuggelt“ wurde. Kein Wunder, an einem Spielplatz versteckt man ja auch keinen Cache. Da sind Kinder und die finden bekanntlich alles, auch ohne danach zu suchen! Wir wollten schon aufgeben und das andere Team verabschiedete sich bereits, als sie nochmal so ganz nebenbei an einem Pfal, 20m außerhalb des Spielplatzes, ruwurschtelte. Tja, da war er also. Oben in die schwarzen Kappe geschraubt! Das gibt’s ja nicht, und wir machen uns da auf dem Gerüst zu Deppen!
Nun gut, noch ein Pläuschchen und wieder trennten uns die Wege. Diesmal endgültig.

Jetzt waren ein paar Multis dran. Zwei davon waren relativ schnell erledigt und dann kam ein Hammerteil. Von den Aufgaben her ziemlich leicht, aber der Weg war nicht ohne. Wir wurden weiter raus, durch Wald und Wiesen gewührt und sahen riesige, endlos lange Mauern in der Ferne. „Das sieht komisch aus. Was sind das nur für Mauern, so mitten in der Landschaft?“ Wir wussten anhand der Beschreibung aber, dass wir das noch sehr bald erfahren sollten. Als wir dann tatsächlich ankamen, wurden wir erstmal entlang der Mauer geführt und derweil merkten wir anhand von leisen Geräuschen auch, was dahinter ist. Eine Autobahn natürlich. „Ooooh man, ja logisch, was sonst?!“ Als wir am nächsten Punkt ankamen – immer noch neben der Mauer – sahen wir plötzlich eine Metalltür. Einfach so, völlig unauffällig. Wir schauten also auf die Aufgaben. „Die wollen echt dass wir da durchgehen. Da ist doch Autobahn!“ Wir nahmen unseren Mut aber zusammen und öffneten langsam die Tür. Uff, man landete nicht direkt neben der Straße, sondern etwas höher, hinter einem dichten Blätterschutz. Es roch nach Verwesung, wir ignorierten das aber erstmal und so gingen wir – diesmal auf der anderen Seite der Mauer – weiter und entdeckten plötzlich dass es unter der Autobahn einen Tunnel gab. Ohne Straße, ohne alles, und ziemlich finster. Dort mussten wir noch mit der Taschenlampe durch, dann waren wir am Final, den wir auch schnell fanden und uns loggen konnten.
Inzwischen erkannten wir auch, was das alles auf sich hatte. Hier sollte mal eine Autobahnkreuzung gebaut werden, was allerdings mittendrin abgebrochen und so unfertig hinterlassen wurde. Wir wagten uns auch mal auf der anderen Seite nach oben und standen direkt neben der Straße. Von dort oben würde man beim besten Willen niemals vermuten, dass darunter nichts ist. Wir fanden das cool.

Auf dem Rückweg zur Metalltür wurden wir jedoch wieder von diesem Gestank abgelenkt. Wir überlegten, „Was kann das sein?“ „Hm, ich weiß nicht, aber guck dich mal um, hier kann man wunderbar Leichen verstecken und keinem würde das auffallen. Wer weiß…“. Jaja, immer das schlimmste befürchten. Mit einem mulmigen Gefühl schauten wir uns ein wenig um, fanden nichts und gingen mit der Hoffnung, dass hier „nur“ ein totes Tier rumlag, richtung Heimat. Tiere werden ja nicht selten an Autobahnen zerfetzt, das liegt also nahe. Die können auch stinken. Sorgen mache ich mir trotzdem, die Autobahn war nämlich etwa 30m von der Mauer entfernt. Ob ein platter Igel soweit stinken kann? Die Frage bleibt ungeklärt.

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Zurück in Manibos zuhause ließen wir den Abend mit Filmen, Bier, Chili und anderen Fressalien ausklingen, um am nächsten Tag noch einen kleinen Cache im Museum „Haus der Geschichte“ zu finden. Das verbanden wir auch gleich mit einer ausführlichen Tour durch ebendieses Museum und das war wirklich interessant. Deutsche Geschichte mit allen möglichen Dokumenten, Gerätschaften, Plakaten, Uniformen und was es sonst noch so gab (und gibt). Deutsche Geschichte ist eigentlich nicht so mein Lieblingsthema, aber das hat wirklich Spaß gemacht und war auch sehr schön aufgemacht. Sehr zu empfehlen, wenn ihr mal zufällig in Bonn sein solltet!

So das reicht dann auch. Wer bis hier hin gelesen hat, hat meinen Respekt.

P.S.: Die Bilder habe ich aus den Gallerien von einigen der gefundenen Caches geklaut. Darf man nicht, aber hier mussten einfach welche rein und wir hatten keine Kamera dabei. Wer sein Bild erkennt und hier weg haben will, einfach bescheid sagen, ich mach es dann raus.

Erwähnte Caches

2 Kommentare

  1. „Wer bis hier hin gelesen hat, hat meinen Respekt.“ Will eigentlich nur bekannt geben, dass ich bis zum Ende gelesen habe.^^ Weil wirklich sinnvolles kann ich nicht beitragen. :D

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